Ernährung bei Arthritis/Rheuma

Die rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew sind chronische Erkrankungen, die nicht nur die Gelenke betreffen, sondern auch das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen, Depressionen oder entzündlichen Darmerkrankungen erhöhen. Außerdem kann Übergewicht die Gelenke zusätzlich belasten. Gesunde Ernährung kann die Gelenke stärken, Begleiterkrankungen abmildern und Übergewicht reduzieren. Nicht alle Patienten sprechen jedoch gleich auf verschiedene Lebensmittel an. Manche Patienten berichten z. B. auch von einer Verschlechterung der Symptome nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel oder Getränke. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, individuelle Auslöser herauszufinden.

Grundsätzlich sollten die 10 Regeln zur Ernährung von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beachtet werden. Die rheumatoide Arthritis und auch Morbus Bechterew sind entzündliche Erkrankungen. Wie bei den meisten entzündlichen Erkrankungen wird daher empfohlen, entzündungsfördernde Lebensmittel zu reduzieren. Die entzündungsfördernde Arachidonsäure kommt hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vor. Stattdessen sollten Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst gegessen werden. Milchprodukte enthalten geringe Mengen Arachidonsäure, sind aber reich an Protein und Calcium, das wichtig für starke Knochen ist. Bei Milchprodukten kann aber auf die fettarme Variante zurückgegriffen werden. Fleisch, Wurst und Eier haben hingegen einen hohen Gehalt an Arachidonsäure. Auch Fisch hat – je nach Art – einen hohen Anteil Arachidonsäure, macht dies aber durch den hohen Gehalt der gesunden Omega-3-Fettsäuren wieder wett. Die Omega-3-Fettsäuren verdrängen die Arachidonsäure. Auch Pflanzenöle wie Lein- und Rapsöl enthalten viele Omega-3-Fettsäuren. Sie sind daher den Pflanzenölen mit wenigen Omega-3-Fettsäuren und mehr Omega-6-Fettsäuren (wie Distel- oder Sonnenblumenöl) vorzuziehen. Auch Antioxidantien wie Vitamin E oder auch Gewürze wie Ingwer oder Curry könnten entzündliche Prozesse unterdrücken. Viele Patienten beschreiben hingegen negative Effekte von Alkohol auf ihre Beschwerden.

Die Entzündungsprozesse der Erkrankungen, aber auch Medikamente wie Cortison greifen auch die Knochen an. Calcium aus Milchprodukten ist für den Knochenstoffwechsel sehr wichtig. Auch Vitamin D spielt hier eine Rolle, das bei einem Spaziergang an der frischen Luft aus Sonnenlicht hergestellt werden kann.

Bei chronischen Erkrankungen ist manchmal ein erhöhter Bedarf nach Nährstoffen erforderlich und auch Medikamente können die Nährstoffaufnahme beeinflussen. Unter ärztlicher Betreuung kann daher eine Substitution mancher Vitamine oder Mineralstoffe in Betracht gezogen werden. Auch die Bildung von schädlichen Radikalen ist meist erhöht und Antioxidantien (wie Vitamin E) können dem entgegenwirken. Eine Überdosierung von Antioxidantien kann jedoch auch negativ sein.